Donnerstag, 2012-02-09 07:37
 

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PILOTPROJEKT : LESEN BRINGTS

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PILOTPROJEKT : LESEN BRINGTS

Lesekompetenz der Jugendlichen
Der korrekte Umgang mit der Sprache und darauf basierende Leseschwierigkeiten – vor allem was das sinnerfassende Lesen betrifft- sind Probleme, mit denen viele Jugendliche zu kämpfen haben: „Aktuellen Studien zufolge haben rund 20% der Jugendlichen Problemen beim sinnerfassenden Lesen, wobei 45% der Jungen und 27% der Mädchen angeben, dass sie auch nur dann lesen, wenn sie müssen!“, berichtet Hermann Pitzer, Geschäftsführer Buch.Zeit. Diese Zahlen sind eine aktuelle Bestandsaufnahme, seitens des Landes Oberösterreich laufen seit dem PISA Schock 2006 gezielte Maßnahmen, um diesem Trend entgegenzuwirken: „Wir haben diese Problematik erkannt und setzen konkrete Gegenmaßnahmen. Wichtig ist hier vor allem auch, die Eltern und Lehrer mit ins Boot holen, um den Kindern die notwendigen Werkzeuge für ihr Leben mitzugeben!“, so Fritz Enzenhofer, amtsführender Landesschulratspräsident für OÖ.

Gründe für die Problematik
Es gibt viele Gründe für diese Problematik, die schon im frühesten Kindesalter liegen. Erstens wird heutzutage mit den Kindern in der Familie oft viel zu wenig kommuniziert. Der viel zu frühe und oft stundenlange Fernsehkonsum ist ein weiterer Aspekt, der die Sprachentwicklung hemmt. „Zudem können wir
immer wieder beobachten, dass in den Familien nicht mehr vorgelesen wird, es werden keine Geschichten erzählt, generell ist das Spiel mit der Sprache verloren gegangen. Den Eltern ist oft nicht bewusst, wie (lebens)wichtig für ihr Kind diese frühe Sprachförderung ist“, berichtet Hermann Pitzer. Denn Sprache und Bildung hängen eng zusammen. So wird Weltanschauung ganz wesentlich durch Sprache ermöglicht und Bildungsgüter werden vor allem mittels Sprache tradiert: „Sprache ist eine der wesentlichen Schlüsselkompetenzen für Bildung. Dementsprechend ist es unsere Aufgabe, pädagogische Ansätze und Maßnahmen zu entwickeln!“,  erläutert Fritz Enzenhofer.

Nachhaltige Leseförderung zahlt sich aus!

Das Salzburger Lesescreening (SLS) wurde zum ersten Mal im Mai 2005
flächendeckend an den 3. und 5. Schulstufen in Österreich durchgeführt. Um Entwicklungstendenzen aufzuzeigen, wurden die statistischen Ergebnisse der Jahre 2006 bis 2009 miteinander verglichen. (Insgesamt 13.000 Hauptschüler) Gemessen wird der Lesequotient, der ähnlich dem Intelligenzquotienten skaliert ist, ausgehend vom Mittelwert 100. Dieser Mittelwert zwischen 90 und 110 bezeichnet also den Durchschnitt. Über 110 ist überdurchschnittlich, unter 90 weist auf eine unterdurchschnittliche Leistung hin.

Durchschnittlich ist in den OÖ HS (ohne AHS!) der Lesequotient der unterdurchschnittlichen Leistungen von 23% (2006) auf 20% (2009) gesunken, das sind also 3% weniger Schüler/innen, die unter dem Durchschnitt liegen. Auf der anderen Seite ist die überdurchschnittliche Leseleistung bei den Schüler/innen von 34% (2006) auf 35% (2009) gestiegen. „Die Zahlen belegen, dass die Leseförderung, die in den oö Pflichtschulen betrieben wird, kompetent und effizient ist. Die Impulse, die unter anderem von Buch.Zeit ausgehen, werden von den Kolleg/innen aufgegriffen, für die regionalen Bedürfnisse adaptiert und vor allem nachhaltig durchgeführt!“ zeigt sich Hermann Pitzer erfreut.

Pilotprojekt in OÖ “Lesen bringt`s“
Um diesen positiven Trend weiter fortzusetzen und vor allem die Jugendlichen in ihrer Welt anzusprechen, hat das Buch.Zeit Team dazu veranlasst, ein neues Projekt unter dem Titel „Lesen bringt`s “ ins Leben zu rufen. „Unter dieses Projekt fallen alle Aktionen, die wir für die Jugendlichen ab ca. 15 Jahren starten werden. Dabei gehen wir was die Kommunikation betrifft völlig neue Wege um am unmittelbarsten Weg zu den Jugendlichen zu kommen!“, erklärt Wolfgang Lanzinger, Geschäftsführer Buch.Zeit. Mit diesem Projekt wird den Jugendlichen sehr klar und deutlich aufgezeigt, wozu man Lesen braucht, und welche Nachteile man hat, wenn man nicht sinnerfassend lesen kann.

Folgende Projekte werden umgesetzt
„Lesen bringt´s“ besteht aus zwei Säulen. Einerseits werden die Lehrer der Berufsschulen und andererseits die Jugendlichen direkt angesprochen. Eine umfangreiche Unterlagenmappe, die mit der ARGE DUK der Berufsschulen gemeinsam erarbeitet wurde, bietet den Lehrer/innen exemplarische Beispiele zur Erarbeitung von Themen mit Hilfe von Sach- und Fachtexten. Dabei stehen die Arbeitstechniken und die Umsetzung in möglichst vielen Unterrichtsgegenständen im Mittelpunkt. Für die Jugendlichen wurde in Zusammenarbeit mit der Gruppe „innit“ – eine Gruppe junger Webdesigner – eine eigene Website gestaltet, auf der es in fetziger und dem Medienkonsum der Jugendlichen angepasster Form Zugänge zum Lesen gelegt werden. Zum Beispiel wird gleich einmal ein Wettbewerb gestartet, bei dem es Laptops, IPods und Handys zu gewinnen gibt. Dazu passend wurde ein Schülerkalender kreiert, den jeder Berufsschüler im Rahmen eines Rap-Konzerts an der Schule erhalten wird. Daneben gibt es weitere Werbemittel wie Plakate, Bleistifte und Flyer. „Lesen bringt´s“ ist bewusst als „work in progress“ gedacht und soll sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln und wachsen.

BUCH.ZEIT – Lesekompetenzzentrum OÖ
1996 haben sich zwei engagierte und initiative Lehrer, Hermann Pitzer und Wolfgang Lanzinger, zusammengeschlossen, und mit der Unterstützung des Landes OÖ und des Landesschulrates in Wels den Verein Buch.Zeit gegründet. Buch.Zeit hat es sich zum Ziel gemacht, dem Lesen den verdienten Stellenwert in unserer Gesellschaft zukommen zu lassen, und zudem vor allem Kindern und Jugendlichen die Freude am Lesen nahezubringen! „Wir bündeln Aktivitäten, Initiativen und Ideen zum Thema Lesen und versuchen dabei Inhalte zu sammeln, zu vermitteln und Synergien zu nutzen. Buch.Zeit hat sich einerseits der Entwicklung des Schulbibliothekswesens in OÖ verschrieben, andererseits sieht sich das Lesekompetenzzentrum als Plattform zur Lesekompetenz generell!“ erläutert Wolfgang Lanzinger, Geschäftsführer und Mitgründer von Buch.Zeit.
„Unser Ziel ist es, die Sprach- und Lesekompetenz vom Kleinkindalter bis zum Jugendlichen in unserem Land zu fördern, weil Lesen ein grundlegendes Kulturgut ist, das zu verlernen wir uns nicht leisten können!“, erläutert Hermann Pitzer, Geschäftsführer und Mitgründer von Buch.Zeit.

2010-03-05 07:26 von picturenewsat
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