Am 28.01.2017, gegen 11:15 Uhr, brach in Innsbruck in einem Mehrparteienhaus ein Brand aus.

Das gesamte Stiegenhaus war verraucht. Im Innenhof standen vom ersten bis zum 4. Obergeschoß alle Balkone in Brand.

In einer Wohnung im ersten Stock wurde durch einen Atemschutztrupp der Berufsfeuerwehr Innsbruck eine Brandleiche gefunden, bei der es sich um eine ältere Frau aus Innsbruck handelt.

Eine schwer verletzte Frau wurde im Stiegenhaus, zwischen ersten und zweiten Obergeschoß liegend gefunden.

Die Identität der Frau ist derzeit nicht bekannt, die Frau wurde in der Klinik operiert und befindet sich in äußerst kritischem Zustand. Die Frau erlitt Verbrennungen am gesamten Körper.

Vier weitere Personen (ein 26-jähriger und ein 22-jähriger Deutscher, ein 28-jähriger und ein 23-jähriger Innsbrucker) wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in die Klinik verbracht. Sie konnten zwischenzeitlich aus der Klinik entlassen werden.

Der Sachschaden kann derzeit noch nicht beziffert werden, zumindest eine Wohnung ist nicht mehr bewohnbar.

Das gesamte Stiegenhaus und mehrere Eingangstüren wurden durch den Brand und den Rauch in Mitleidenschaft gezogen.

Der Brand im Mehrparteienhaus war gegen 12.20 Uhr unter Kontrolle.

Die Bewohnbarkeit der Wohnungen wird von einem Statiker überprüft.

Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr Innsbruck, die Freiwillige Feuerwehr Reichenau, Freiwillige Feuerwehr Amras, Freiwillige Feuerwehr Mühlau (Wachbesetzung BFI), 2 Notarztfahrzeuge und 7 Rettungsfahrzeuge sowie 6 Polizeistreifen.

Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zur Feststellung der Brandursache werden vom Landeskriminalamt Tirol geführt.

NACHTRAG:

Zur Brandursache wurde ermittelt, dass das Feuer in der Küche der Wohnung der 84-jährigen verstorbenen Frau, offenbar im Bereich des dortigen Esstisches bzw. der dortigen Eckbank, seinen Anfang genommen hat.

In diesem Bereich ist eine technische Ursache auszuschließen. Wie weit ein etwaig unsachgemäßes Hantieren mit einem offenen Feuer (Kerze udgl.) oder einer ev. Zigarette als unmittelbare Ursache in Frage kommt, war aufgrund der Zerstörungen nicht mehr auszumachen.

Das Feuer breitete sich sodann sehr intensiv über die ganze Wohnung bis in das Stiegenhaus aus, und über eine Holzveranda breitete sich der Brand auch auf der Außenseite in höher liegende Etagen aus.

Der Brand wurde von benachbarten Bewohnern bemerkt, wobei es jedoch aufgrund der Rauch- und Hitzeentwicklung nicht mehr gelang, die noch lebend angetroffene Frau aus ihrer Wohnung zu bergen.

Die Frau verstarb dort im Vorraum noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte.

Eine weitere Frau (Identität dzt. unbekannt) kam vermutlich bei ihrer Flucht im Stiegenhaus zu liegen, erlitt dort schwerste Verletzungen und konnte dort erst im Zuge des Löscheinsatzes vorgefunden und geborgen werden. Die Frau wird dzt. in der Klinik Innsbruck intensiv behandelt.

Vier weitere Bewohner wurden durch Rauchgase leicht verletzt und in der Klinik Innsbruck ambulant behandelt.

Des Weiteren gibt es laut Spurenbild keinerlei Hinweis auf einen äußeren Einfluss und die Wohnungstüre war ursprünglich versperrt.

Der derzeitige Ermittlungsstand weist auf die Bewohnerin als Verursacherin hin, wobei die hierzu unmittelbaren Details nicht mehr feststellbar sind. Ein Hinweis auf Fremdverschulden ist dzt. nicht gegeben.

Die Höhe des Sachschadens ist dzt. unbekannt, wobei jedoch erwähnenswert ist, dass das gesamte Gebäude über alle vier Etagen sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Alle Bewohner wurden evakuiert, und das Haus ist derzeit nicht zu betreten (laut Baupolizei der Stadt Innsbruck). Die Wohnung bleibt bis Abschluss der Obduktion der verstorbenen Frau versiegelt.

Quelle©BMI/Polizei